Es ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber für uns Egelhofener war dieses Gauschießen so eine Art Sommermärchen, wie es 2006 schon einmal eines gab. Jaja, schon klar, der Sommer hat schon ein Weilchen auf sich warten lassen, aber dafür waren wir dieses mal wirklich mittendrin, statt nur dabei. Hier nun ein kurzer Abriss der letzten Wochen, bei dem die persönliche Sichtweise und Meinung des Schreiberlings nicht ganz außen vor bleibt.
Die Vorbereitungen
Bereits 2008 begannen die Planungen für das Gauschießen 2010. Angefangen bei der Nachfrage für die notwendige Rückendeckung durch die Vereinsmitglieder auf der Generalversammlung, über die organisatorischen Dinge wie das Einholen der notwendigen Genehmigungen, das Sammeln der Preise, bis hin zur "wirklichen" Arbeit beim Um- und Aufbau der Schießhalle und der Zelte. So richtig beurteilen kann den Aufwand für so ein Fest wohl nur jemand, der selbst schon einmal aktiv dabei war.
Kritische Worte
Vor Beginn des Gauschießens hörte man auch häufig kritische Worte. "Ob das so ein kleiner Ort wie Egelhofen schafft?" oder "Ihr werdet sicher zu streiten anfangen!" und ähnliche Aussagen waren desöfteren zu hören. Doch das steigerte die Entschlossenheit vieler nur noch, ein gutes Gauschießen auszurichten.
Anspannung vor dem Start
Nachdem wir mit den Vorbereitungen letztendlich eine Punktlandung hingelegt haben (Frage:"Hast Du das schon getestet?", Antwort:"Nö, wann denn?"), war die Spannung vor der Eröffnung am ersten Tag natürlich hoch. Als der erste Schuß dann aber endlich gefallen und auch der erste Schießtag beendet war, wich die Anspannung und es kehrte fast soetwas wie Routine ein. So konnten wir uns, nachdem auch noch eine Heizung in der Schießhalle installiert war, ein neues Ziel setzen: Die 1000 Schützen mussten her!
Die Pflicht: Der Schießbetrieb
Anfangs lief alles nach Plan. Der Schießstand war jeden Tag voll und wir lagen immer über dem Schnitt, den wir für 1000 Schützen brauchten. Doch dann kam das Pfingstwochenende. Der Sommer nahm endlich seine Arbeit auf (die ersten warmen und sonnigen Tage seit Wochen) und das Champions League Finale tat sein übriges: Die Anzahl der Neuanmeldungen brach regelrecht ein. Die 1000er Grenze schien nicht mehr machbar. Sportlich setzten Matthias Fröhlich mit seinem 0,5 Teiler und Michael Rogg mit 100 Ringen als Schüler die Glanzlichter.
Die 1000
Was wir eigentlich nicht mehr zu hoffen wagten, wurde dann doch noch geschafft. Am letzten Schießtag stand eine Stunde vor Toresschluss der 1000ste Schütze bei der Neuanmeldung. Manche jubelten und feierten, manche gingen nach Hause und fütterten das verwettete Spanferkel
. Davor stieg die Handyrechnung von einigen Egelhofenern gegen 20 Uhr stark an, weil vor der Schießhalle nocheinmal versucht wurde, alle potentiellen Schützen zu aktivieren, die noch keine Bolette gelöst haben.
Das Finale
Nach einem Komplettumbau der Schießhalle stieg am Sonntag das Finalschießen. Im würdigen Rahmen und vor ungefähr 400 Zuschauern gingen die besten Schützen auf die Gaueinzelmeisterschaft an den Stand. Das Finalschießen in der offenen Klasse fand einen denkwürdigen Ausgang. Die ersten drei Plätze lagen jeweils nur 0,1 Ringe auseinander und Simone Klaus konnte sich mit dem letzten Schuß den Finalsieg sichern.
Die Kür: Das Festwochenende
Das Festwochenende begann am Donnerstag mit dem traditionellen Treffen ehemaliger Egelhofener. Noch immer waren die Temperaturen alles andere als sommertauglich und unser Schirmherr Bgm. Krieger hatte beim Festauftakt die versprochene Sonne noch in Pfaffenhausen vergessen.
Glücklicherweise hatte er diese am Freitag dann wohl mit der Post nachgeschickt. Es hörte auf zu regnen und somit blieben größere Parkplatzprobleme aus. Einige Aufreger blieben uns am Freitag allerdings trotzdem nicht erspart. Ein Herr der Security machte auf "Dicken Max" und gab um kurz nach 24 Uhr die einbehaltenen Ausweise etlicher Jugendlicher nicht mehr heraus. Erst nachdem die Polizei angerückt war und fragte, was dieses Theater solle, konnten die Betroffenen gegen 1 Uhr nach Hause. Auch "Revolution" konnte unsere Erwartungen nicht ganz erfüllen. Knapp eine Stunde Spielzeit bis 24 Uhr ist nun wirklich nicht der Hit, auch wenn die Musik "rockte" und die ca. 750 Besucher zufrieden waren.
Am Samstag fanden dann über 1400 Besucher den Weg nach Egelhofen, um mit den "Schwindligen 15" eine Mischung aus Blasmusik vom Feinsten und erstklassiger Partystimmung zu erleben. Als Kontrast zum Freitag, spielten die Schwindligen von kurz nach 21 Uhr bis um 2 Uhr mit relativ kurzen Pausen und waren so jeden Cent des Eintritts wert.
Am Sonntag folgte dann am Morgen der Kirchenzug mit den Fahnenabordnungen durch den Ort. Bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen bot sich den Zuschauern ein schönes Bild und die Vereine des Gaues waren zahlreich vertreten. Nach dem von Pater Georg gestalteten Festgottesdienst begann der "Sturm" auf unsere Küche. Die hielt dem Andrang Stand und auch wenn es die Schlange quer durch die Festhalle nicht vermuten ließ, konnte so gut wie jeder nach einer erträglichen Wartezeit sein Mittagessen genießen. Als Abschluss des Gauschiessens folgte dann am Nachmittag noch die Preisverteilung und ein gelungenes Fest fand somit sein Ende.
Persönliche Worte
Zum Abschluss werde ich noch ein wenig sentimental und bringe noch einige persönliche Worte an den Mann (Frau):
Zuerst ein herzlicher Dank an meine Frau Marion, die mich während der ganzen Zeit ertragen (oder besser gesagt nicht ertragen) hat.
Zu Beginn (Mitte 2008) ließ ich mich als damaliger Noch-Ulmer zur Mitgliedschaft im Festauschuss "überreden". Als ich vor knapp einem Jahr (ja, ich war Späteinsteiger) an meinen ersten Festausschusssitzungen teilnahm, reifte dann erst so langsam der Wille: "Des ziaht miar zema dur!" (Auf Hochdeutsch: "Das ziehen wir gemeinsam durch!"). Die Wochen vergingen, das Gauschießen rückte näher und die damit verbundene Arbeit wurde nicht weniger. Doch auch wenn nicht immer alle gleicher Meinung waren, fand sich immer eine Lösung, mit der alle leben konnten. Das war einer der Punkte, die mich an diesem Fest fasziniert haben. Wir sind immer vernünftig miteinander umgegangen und trotz dieser Mammutaufgabe für Egelhofen gab es keine größeren Reibereien. Dafür meinen herzlichen Dank und auch Respekt an alle Beteiligten! Ausserdem war ich begeistert von der Euphorie, die alle Egelhofener (und nicht nur die) während des Gauschießens angesteckt hat. Jeder hat mitgeholfen und sein Möglichstes getan, um das Fest zu dem werden zu lassen, was es letztendlich war: Ein voller Erfolg! In Anlehnung an die Worte eines berühmten Amerikaners, kann jeder von uns wohl auch mit Stolz sagen: "Ich bin ein Egelhofener".
Game Over
Tja, liebe Schützenfreunde, das war das 52. Gauschießen. Wir, die Vorstandschaft, der Festausschuß, alle Egelhofener und auswärtigen Helfer hoffen, es hat Euch gefallen und Ihr kommt beim nächsten Mal (vielleicht in 25 Jahren
) wieder.
Jetzt sind erstmal die Oberegger an der Reihe. Von unserer Seite wünschen wir dem SV Heideröslein Oberegg mit seinem Schützenmeister Winfried Bräckle einen ebenso reibungslosen Verlauf beim 53.Gauschießen und ein schönes Fest. Wir sehen uns in Oberegg!
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